StartAllgemeinBrustverkleinerung: unterschätzte Schönheits-OP
Woman trying clothingWoman trying clothing

Brustverkleinerung: unterschätzte Schönheits-OP

Laut einer Studie der DGÄPC stand die Brustvergrößerung im vergangenen Jahr auf Platz 4 der beliebtesten Schönheitsoperationen bei deutschen Frauen[1]. Doch für eine große Anzahl an Frauen stellt genau das Gegenteil einen Wunsch dar: Sie möchten eine Brustverkleinerung (Platz 8) – und das meist nicht aus ästhetischen Gründen.

Wenn die Relation von Körperbau und Brustgröße nicht passt, kann dies bei einer Frau zu körperlichen und auch seelischen Beeinträchtigungen führen. Deutlich zu große Brüste haben in vielen Fällen Haltungsschäden, Rückenprobleme oder Verspannungen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich zur Folge. Hinzu kommt, dass die natürliche Spannkraft eines großen Busens sehr schnell nachlässt. Das Resultat ist eine hängende Brust, unter welcher das individuelle Schönheitsempfinden, das Selbstbewusstsein und damit letztendlich die Psyche und Lebensqualität der betroffenen Frauen leidet. Aus diesem Grund ziehen immer mehr Frauen, wie die Studie der DGÄPC zeigt, eine Brustverkleinerung in Erwägung. Bei der Operation werden überschüssige Haut sowie Drüsen- und Fettgewebe entfernt. Der Schnitt hierfür wird entweder entlang der Brustumschlagsfalte oder um den Brustwarzenhof herum gesetzt. Der Eingriff dauert circa ein bis zwei Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Nach der OP ist die Brust in ihrer Form fester und ästhetischer – ein schöner Nebeneffekt zum kleineren Brustvolumen.

Vor der OP

„Es ist zwingend notwendig, sich vorher gründlich und fachlich kompetent von dem Plastischen Chirurgen seines Vertrauens beraten zu lassen“, so Priv. Doz. Dr. Klaus Walgenbach. Deshalb ist ein Vorgespräch zum gegenseitigen Kennenlernen von Arzt und Patientin sehr wichtig, um eine Vertrauensbasis zu schaffen und die konkreten Wünsche zu besprechen. Grundsätzlich muss vorher eine Mammographie durchgeführt werden, damit sich der Facharzt einen Eindruck von der Brustgewebestrukur verschaffen und auch eventuelle Brustknoten erkennen kann. Nur durch eine sorgfältige Voruntersuchung kann der Chirurg feststellen, ob der Eingriff realisierbar ist und auch zu den von der Patientin gewünschten Ergebnissen führt. Alkohol, Nikotin sowie Schmerzmittel sind ab spätestens zwei Wochen vor dem Eingriff untersagt, da die Blutgerinnung davon beeinträchtigt werden kann.

Nach der OP

In den ersten sieben Wochen nach dem Eingriff muss ein spezieller Büstenhalter getragen werden – anfangs rund um die Uhr, später genügt tagsüber. Büstenhalter, durch welche der Busen angehoben wird, sogenannte Wonderbras, sollten in den ersten drei Monaten vermieden werden. Natürlich sind eine regelmäßige Wundpflege sowie eine Rundum-Schonung notwendig.

Risiken

Durch die Wahl eines erfahrenen Chirurgen sowie eine gründliche Vor- und Nachsorge, bei der auch die Patientin mithelfen muss, lassen sich die Risiken sehr gut minimieren. Grundsätzlich bestehen bei einer Brustverkleinerung die allgemeinen Risiken einer Vollnarkose (allergische Reaktionen, Thrombosen, Wundheilungsstörungen etc.). Schwere Komplikationen sind hier jedoch sehr selten. Auch lokale Entzündungen können durch entsprechende Behandlung und gute Wundpflege i.d.R. beseitigt werden. In manchen Fällen kann es zu einer Beeinträchtigung der Stillfähigkeit kommen. Eine geplante Schwangerschaft sollte daher mit dem behandelnden Facharzt besprochen und der Eingriff gegebenenfalls auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

[1] https://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2017/11/DGAEPC-Statistik_2017.pdf

Bildnachweis: ariwasabi / gettyimages