Einteilung der Erschlaffung der Brust

All diese Faktoren führen dazu, dass es zu einer sogenannten Ptosis Mammae (Erschlaffung der Brust) kommt. Umgangssprachliche Begriffe für die Ptosis Mammae sind der Hängebusen oder die Hängebrust. Weitere medizinische Fachausdrücke hierfür sind die Mastoptose oder Mastoptosis. Die Ptosis mammae wird in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Diese sind definiert durch die Beziehung der Position der Brustwarze in Relation zur Unterbrustfalte. Hierdurch kann der Schweregrad der Erschlaffung präzise definiert werden und die optimale Lösungsmöglichkeit für die Patientin im Rückschluss festgelegt werden. Die Bandbreite einer normalen Brustentwicklung ist sehr groß. So wird sich bei vielen Teenagern eine zunächst sehr straffe Brust entwickeln, die nicht oder nur unwesentlich über die Unterbrustfalte herabhängt. Bei anderen Jugendlichen wird sich bereits zu Beginn eine Brust entwickeln, deren Form deutlich über die Unterbrustfalte herabhängt und deren Brusthaut in Kontakt zur Haut der Brustwand steht. Beide Entwicklungen sind völlig normal, allerdings wird die straffe feste Brust in der Regel von den meisten Menschen als jugendlicher und attraktiver wahrgenommen. Durch oben beschriebene Veränderungen, aber auch durch das Gewicht der Brust und der Erschlaffung der darunterliegenden Gewebestrukturen, kann sich der Brustwarzenkomplex deutlich senken, so dass die Brustwarze unter der Unterbrustfalte zu liegen kommt. In extremen Fällen kann dies deutlich unter diese Falte reichen, in sehr seltenen Fällen sogar bis zur Bauchnabelregion. Gemessen wird die Position der Brustwarze auf einer Verbindungslinie vom Oberrand des Brustbeines am Hals bis hin zur Brustwarze. Bei der normal entwickelten 18-jährigen beträgt dieser Abstand im Idealfall 18 bis 21 cm. Dieses Maß wird als Standard genommen, um den Schweregrad der Brusterschlaffung und Ptosis, aber auch die Brustsymmetrie festzulegen und zu messen. Eine Verlängerung der Distanz zwischen diesen beiden Punkten spricht für einen unterschiedlich fortgeschrittenen Grad der Ptosis. Die Ptosis mammae wird grundsätzlich in drei unterschiedliche Grade (nach Regnault) eingeteilt.

Grad I: Geringgradig ausgeprägte Ptosis mammae. Die Brustwarze befindet sich leicht unterhalb der Unterbrustfalte (Inframammärfalte), aber immer noch höher als der untere Pol der Brust.

Grad II: moderate Ptosis. Die Brustwarze befindet sich deutlich mehr als 2 cm unterhalb der Unterbrustfalte.

Grad III: ausgeprägte Ptosis mammae. Die Brustwarzen befinden sich deutlich unterhalb der Unterbrustfalte am tiefsten Punkt der Brust, kein weiteres Brustgewebe befindet sich unterhalb der Brustwarzen. Die Brustwarzen zeigen nach unten.

Pseudoptosis: Hierbei kommt es zu einem deutlichen Aussacken des unteren Brustanteils unterhalb der Unterbrustfalte, wobei sich der Brustwarzenkomplex oberhalb oder auf Höhe der Unterbrustfalte befindet.

Grundsätzlich kann eine Erschlaffung der Brust auch einfach nur durch einen Volumenverlust, zum Beispiel nach Schwangerschaft oder Gewichtsreduktion verursacht sein, ohne dass sich die Brust wesentlich gesenkt hat. Man spricht dann von einer Involution oder Involutionsatrophie. Eine solche Involution kann aber auch mit allen oben genannten Schweregraden der Brusterschlaffung verbunden sein.