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Wieso sich Frauen aus medizinischer Sicht die Brust amputieren lassenWieso sich Frauen aus medizinischer Sicht die Brust amputieren lassen

Brustamputation zur Krebsvorsorge

Es ist wohl einer der schwersten Schritte, den eine Frau gehen kann – eine Brustamputation. Doch bei einem erhöhten Brustkrebsrisiko durch erbliche Veranlagungen kann dieser Eingriff das Ausbrechen der Erkrankung verhindern. Das wohl berühmteste Beispiel für eine vorsorgliche Brustamputation – in der Fachsprache auch Mastektomie genannt – ist die Schauspielerin Angelina Jolie. Bei ihr konnte ein Gendefekt festgestellt werden, der das Brustkrebsrisiko erheblich erhöht. Nach der Entfernung ihrer Brüste ging sie mit dem Thema an die Öffentlichkeit. Seitdem gibt es immer mehr Frauen, die sich diesem Eingriff unterziehen oder sich vorsorglich testen lassen.

 

Mutation im BRCA1- oder BRAC2-Gen

Bestimmte Mutationen der Gene erhöhen das Brustkrebsrisiko. Bei einer Mutation des BRCA1- oder BRCA2- Gens liegt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, zwischen 50 und 80 Prozent. Oft sind auch Frauen in jungem Alter, unter 35 Jahren, betroffen. Gleichzeitig wächst bei Betroffenen dieser Genmutation auch die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs zu erkranken. Ein spezieller Gentest kann eine solche Genmutation zeigen und das Erkrankungsrisiko bestimmen.

 

Vorsorgliche Amputation

 Bei einer vorsorglichen Mastektomie werden meist nur die Drüsenkörper der Brustdrüse und die Brustwarzen entfernt. In manchen Fällen erfolgt aber auch eine vollständige Amputation, bei der auch der Brustmuskel und die Lymphdrüsen im Achselbereich entfernt werden. Im Anschluss oder auch in einer Folgeoperation können die Brüste durch Implantate oder durch Eigenfett wiederhergestellt werden. Aber nicht nur zur Vorsorge, sondern auch bei einer schon bestehenden Erkrankung entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Amputation der Brust. Dies ist oft der Fall, wenn brusterhaltende Maßnahmen durch die Krankheit nur schwer möglich sind, große Tumore oder mehrere Krebsherde entstanden oder andere Therapiemöglichkeiten nicht möglich sind.

 

Krankenkassen übernehmen oft die Kosten

Wenn durch eine ausführliche Anamnese und durch die Erstellung eines Stammbaumes Hinweise auf eine mögliche Genmutation bestehen, übernimmt in der Regel die Krankenkasse die anfallenden Kosten für den Gentest und weitere Behandlungen. Dazu zählt auch die Operation zur Abnahme und zur Wiederherstellung der Brust.

 

Vorsorge

 Ein Gentest zur Bestimmung möglicher Mutationen und Erkrankungswahrscheinlichkeiten ist nicht immer notwendig. Der Familienstammbaum mit erkrankten Personen und deren Alter bei der Feststellung der Erkrankung sind entscheidend und liefern wichtige Anhaltspunkte für einen Gendefekt. Auch eine spätere Amputation sollte gut überlegt sein und nie ohne eine ausführliche Beratung erfolgen, denn nicht immer ist dieser drastische Schritt auch wirklich sinnvoll. Mittlerweile existieren auch andere Möglichkeiten, wie beispielsweise eine medikamentöse Behandlung, um Patienten mit dem Gendefekt zu behandeln. Aber auch eine regelmäßige Vorsorge kann das Brustkrebsrisiko senken. Bei einer frühzeitigen Entdeckung von Brustkrebs liegen die Heilungschancen durchschnittlich bei bis zu 90%.